Aptitude Academy

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Die Herausforderung des Unabänderlichen

Tiefes Trauma und die Grenzen therapeutischen Wirkens.

Es gibt Fragen, denen stellen wir uns nur ungern. Mit dazu gehören die Fragen nach den Grenzen unserer Therapie- und Lebensmöglichkeiten. Jene Grenzen, die wir in unserem Tun und Sein trotz bester Intention, hoher Professionalität und kontinuierlichem Streben nicht überwinden können. Situationen, die uns zum Kämpfen, Trauern, Resignieren bringen und uns etwas aufzwingen, das wir nicht primär und frei gewählt haben. Das Unabänderliche fordert uns mehr als das, was wir scheinbar ändern können. Mit dieser grossen Herausforderung im Umgang mit dem Unabänderlichen befasst sich dieses Seminar.

Die Bewältigung von Traumata ist an sich schon Herausforderung und Chance zugleich, doch auch in der Trauma-Arbeit stossen wir immer wieder an Grenzen, müssen wir uns demütig fügen und können nur noch mit grosser Präsenz das begleiten, was sich unabänderlich unserer therapeutischen Interventionen entzieht. Die Grenzen des Machbaren erfordern von uns eine andere Art von Beziehung zu uns selbst und zu den uns anvertrauten Menschen. Oft sind Symptome nicht auflösbar, sondern nur einlösbar und das erfordert eine völlig neue Haltung und Sichtweise. Therapie schließt dann eine Ausrichtung auf Hilflosigkeit, Trauer, Lebensveränderung, Sterben und Sinnfindung mit ein. An Stelle vehementen Lösungswillens tritt Demut. Eine dankbare Empfänglichkeit bringt uns in Kontakt mit dem Wert des Lebens an sich.

Im scheinbar Sinnlosen, im grossen Schmerz, mit einer innewohnenden Panik wird das Leben für viele Menschen zur Qual und die Suche sakral. Rastloses Suchen nach Gründen und Handlungsmöglichkeiten führt weg von einem Zustand des einfachen Da-Seins. Dieser Zustand des Aufgewühlt- Seins führt in eine Ebene von Verletztheit und Schmerz, die im klassischen psychologischtherapeutischen Raum nicht mehr gehalten werden kann. Der Schmerz selbst wird zum eigentlichen Umwandler und öffnet uns eine Innigkeit, die uns transformiert.

Um der dominierenden Sinnlosigkeit zu entgehen, sucht etwas in unserem Mensch-Sein nach einer Öffnung in eine andere Form von Sein, eine andere Welt von Präsenz und Da-Sein. Auf einer Ebene können wir nicht akzeptieren was ist – und dennoch müssen wir lernen, mit dem Unabänderlichen zu sein. Es braucht eine sakral erlebte Qualität von Anwesend-Sein, die als Kleid unsagbare Stille, Trost, tiefes Schweigen und im Kern wahrgenommene Begegnung und Berührung trägt. Sakral geprägte Begleitung umhüllt uns mit dieser Sphäre. Martin Bubers Grundwort Ich-Du wird erlebte Wirklichkeit. Alles Mittelbare zerfällt und verwesentlichende (Selbst-)Begegnung ereignet sich.

Berührt-Sein kann Sprache ausschliessen und nach Stille verlangen, die innehält und nährt. Diesen Raum zu betreten, braucht spezielle Einsichten und formlose Form. Die Begegnung mit dem Existenziellen ist in der Auseinandersetzung mit dem Unfassbaren elementar. "Spirituell" oder "Heilig" werden diese Momente von manchen bezeichnet. Am Ende heilt uns auf bestimmten Ebenen wohl das LEBEN selbst. Aber wir können nur weisen, beweisen lässt es sich nicht. Zu beobachten ist aber immer wieder, dass sich in solchen Augenblicken und Lebensphasen etwas in uns versöhnt und in Verbindung mit etwas Grösserem Nahrung findet.

In diesem Seminar stellt Johannes B. Schmidt sein Wissen und Nicht-Wissen in Verbindung mit seiner jahrelangen therapeutischen Erfahrung zur Verfügung, um mit allen Anwesenden zusammen gemeinsam nach Grenzbereichen therapeutischer und medizinischer Begleitung zu schauen. Die Exploration jener Räume, in denen wir Ungehörtes hören können und sich uns Innenräume erschliessen, wird im Zentrum dieser Weiterbildung stehen. Dabei wird vor allem auch darauf geachtet, in welcher Verfassung wir selber Menschen dorthin am besten begleiten können.


Zielgruppen

Menschen, die sich von diesem Text angesprochen fühlen und über langjährige Selbsterfahrung verfügen.
Menschen, die mit Menschen arbeiten und dieses Seminar zur Ressourcierung und Eigenbegegnung nutzen möchten.


Teilnahmevoraussetzungen

Personen, die volle Verantwortung für sich übernehmen wollen und über eine normale seelische und körperliche Belastbarkeit verfügenund.


Leitung

Johannes Benedikt Schmidt

Dr. Dipl. Psych., Weiterbildungen in Verhaltenstherapie, Hypnotherapie, konstruktivistisch-systemischer Familientherapie, Systemischer Supervision, Systemaufstellungen, körperorientierter Trauma-Arbeit (Somatic Experiencing, Strukturelle Dissoziation, Brainspotting, Psychotraumatherapie (DeGPT), Subtiler Selbst Arbeit und Kraniosakraler Biodynamik. Seit 1995 Tätigkeit in eigener Praxis und seit 2004 als Gründer und Leiter der Aptitude Academy. Internationale Seminar- und Lehrtätigkeit. Als Psychotherapeut und Berater sagt man ihm nach, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Er verfügt über einen wohlwollenden Humor und ist ein geschätzter Mitarbeiter bei vielen Kooperationspartnern. Johannes Klarheit und Ehrlichkeit wird für manchen zur Herausforderung und ist für andere befreiend.


Termine

25. November 2017  –  26. November 2017

Arbeitszeiten:
1. Tag:
09.30 – 13.00 Uhr und 14.30 – 17.30 Uhr
2. Tag: 09.30 – 13.00 Uhr und 14.30 – 17.00 Uhr


Veranstaltungsort

Praxis Esther Benz
Mühlebachstr. 33
8008 Zürich, Schweiz


Kosten

480,00 CHF

Rücktrittsbedingungen: ab 6 Wochen vor Seminarbeginn 50% des Seminarbeitrages und ab 3 Wochen vor Seminarbeginn werden 100% des Seminarbeitrages fällig.


Anmeldung und Information

Praxis Esther Benz
Mühlebachstr. 33
8008 Zürich
Schweiz
Tel.: +41 (0)44 251 35 13
Email: benz.eh@bluewin.ch